Archiv | Juni, 2012
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Meine Oma, Mathilde Schug

29 Jun

Meine Oma, Mathilde Schug

Leider kein klares Bild:(

Meine Oma wurde am 28. September 1906 in Gresaubach geboren. Auf diesem Foto ist sie ca 60 Jahre alt ( und sieht immer noch jung aus)

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Meine Urgrossmutter, die Mutter meiner Oma, Frau Schug

29 Jun

Meine Urgrossmutter, die Mutter meiner Oma, Frau Schug

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Mein Urgrossvater, Johannes Schug

29 Jun

Mein Urgrossvater, Johannes Schug

Mein Buch „Liebe Oma“

29 Jun

Ich habe neulich ein Buch geschrieben, das “ Liebe Oma“ heißt. Es ist eine Biographie meiner Großmutter.

In diesem Buch erzähle ich ihr alltägliches Leben im Stadtviertel von Hochwald, in der Kleinstadt von Freyming-Merlebach. Ich habe auch Erzählungen ueber meine Urgrosseltern und meiner Familie im Saarland gesammelt. Es ist interessant  sich mit den Grenzgebieten Saar-Mosel zu befassen, denn trotz aller Verschiedenheiten gibt es auch viele Aehnlichkeiten, besonders im Platt-Deutsch, das auf beiden Seiten gesprochen wird…

Ich werde Auszüge aus meinem Buch, das ich im Moment versuche zu veröffentlichen, mit euch allen teilen.

Kommentare sind immer willkommen…danke:)

Isabelle

Warum dieser Blog “ Liebe Oma“ heisst

29 Jun

Hallo, ich heisse Isabelle Esling, bin Franzoesin.Ich hab fast mein ganzes Leben in Frankreich verbracht. Dennoch ist die deutsche Sprache die erste Sprache, die ich je erlernt habe. Soweit meine Erinnerungen gehen, wurde in meiner Umgebung Deutsch gesprochen.
Mein Urgrossvater, Johannes Schug, Poet und Gitarrist ( Gitar Hannes genannt) zugleich, wurde in Gresaubach, Saarland, geboren. Er war ziemlich gegen die politische Lage damals in Deutschland veraergert und er beschloss 1920 mit drei von seinen Kindern, Charlotte, Mathilde und Felix die deutsch-franzoesische Grenze zu ueberschreiten und sich in der franzoesischen Kleinstadt von Freyming Merlebach niederzulassen.
Einer seiner Soehne, Johann, blieb in Deutschland wo er in Saarbruecken meine Tante Hedwig heiratete.

Die Mathilde, das war meine Oma ( auf vaeterlichen Seite). Wie schon gesagt, sie stammte aus Gresaubach und obwohl sie mit 14 nach Frankreich kam, waren ihre Erinnerungen an ihr Heimatsdorf ganz intakt.
Charlotte oder Lottchen, die aelteste Schwester meiner Oma ist gestorben, als ich zwei Jahre und einhalb war. Trotzdem blieb ihr Gesicht ewig in meinem Gedachtnis. Man hat mir erzaehlt, dass ich sie besonders lieb hatte und als ich krank war nur auf ihrem Schoss sitzen wollte.
Felix war ein ruendlicher, zarter Mann, mit einem Feingefuel fuers Klavierspielen. Er war mit der Tante Reschen vermaehlt, und kam oft bei meiner Oma zu Besuch.
Mein Opa auf vaeterlichen Seite, Josef Esling, der Mann meiner Oma Mathilde, wurde 1902 in Lothringen als Deutscher geboren und erzogen; dann wurde Lothringen franzoesisch und er dadurch auch. Er hat dennoch nie ein Wort Franzoesisch gesprochen, obwohl er sein Leben lang in Frankreich gelebt hat.
Da ich mit meinen Grosseltern kommunizieren konnte, beschloss meine Mutter mit mir Deutsch zu reden, was ihr von unserem Hausarzt streng abgeraten wurde, denn er war der Meinung, ich wuerde Deutsch und Franzoesisch verwechseln-was nie passierte.
Meine Grosseltern auf der muetterlichen Seite hab ich auch nur Platt-Deutsch sprechen hoeren.

Ich bin in einer lothringischen Kleinstadt aufgewachsen, die Freyming Merlebach heisst und ganz in der Naehe von Saarbruecken liegt.

Die meisten Leute dort koennen Deutsch und reden auch Platt-Deutsch im alltaeglichen Leben…Das Stadtviertel meiner Oma hiess der Hochwald ( klingt deutsch, nicht wahr?) und damals wohnten dort viele Emigranten aus Polen, die auch meistens Platt-Deutsch sprachen.

Als ich in den Kindergarten musste, bestand meine Mutter darauf, das ich etwas auf Franzoesisch sagte. Ich verstand zwar die Sprache sehr gut, aber ich weigerte mich zuerst, sie zu sprechen. Der Kindergarten war auch eine ganz furchterregende Erfahrung fuer mich, denn eine innere Stimme sprach mit mir in deutscher Sprache…und jetzt sollte alles auf Franzoesich passieren? Was sollte das? Aber ich gewoehnte mich daran, viel schneller als ich dachte.

Zu Hause wurde ich mit der Sendung mit der Maus und mit Grimms Maerchen gross…Goethe und Schiller waren auch ein Teil meines Alltags, so wie Victor Hugo und Rimbaud…aber die deutsche Sprache repraesentierte fuer mich meine Sicherheitszone der Gemuetlichkeit, der Geborgenheit, der Liebe, denn das war die Sprache meiner Oma und meine Oma liebte ich ueber alles in der Welt!
Manche sagen, die Liebe gehe durch den Magen. Na ja, vielleicht haben sie einfach recht: meine Oma war eine ausgezeichnete Koechin, die drei Kuchen pro Tag backen konnte. Ihre Huehnersuppe hatte solch einen hervorragenden Geschmack, dass ich mich bis heute daran erinnere…

Als Erwachsene hab ich die deutsche Sprache in Frankreich gelehrt und ich hab diese ganz besondere Beziehung mit der Sprache erhalten.

Zur Zeit lebe ich in London, und ich bestehe nun auf meine bi-nationale Identitaet. Aber meine Seele, glaube ich, ist und bleibt deutsch.

Copyright© by Isabelle Esling
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