Archiv | Februar, 2013

Die Tante Hedwig aus Saarbrücken

17 Feb

Die Tante Hedwig aus Saarbrücken.

Die Tante Hedwig aus Saarbrücken

17 Feb

Tante Hedwig

Meine Tante Hedwig hatte den Bruder meiner Oma, Onkel Johann Schug, den Sohn des Gitar Hannes, geheiratet. Der älteste Sohn meines Uropas war entschlossen, in Deutschland zu bleiben. Er lebte glücklich irgendwo am linken Saarufer in Saarbrücken, in einem gemütlichen, großen Haus. Den Onkel Johann hab ich nie gekannt, denn er starb 1956.

Aber die Tante Hedwig kam oft von „drüben“, um uns zu besuchen. Sie brachte immer schöne und schicke Sachen aus Saarbrücken. Meine verwitwete Tante wurde immer als Ehrengast in unserer Familie behandelt.

Ich durfte auch manchmal den Nachmittag bei ihr in Saarbrücken verbringen. Ich kann mich noch an das Wohnzimmer ihres Hauses erinnern. Das Haus glich ihner Einwohnerin, es war hell, gepflegt, voller Blumensträuße: man fühlte sich dadrin wohl. Es gab ein gemütliches Creme Sofa.
Den Stadtbummel in Saarbrücken genas ich sehr, denn ich wurde immer sehr verwöhnt. Tante Hedwig nahm mich sogar in den Kaufhof, um mir brandneue Kleider zu kaufen.

Tante Hedwig sah mit 65 immer noch toll aus. Ihr fast faltenfreies, schön geschminktes Gesicht spiegelte nur Güte. Sie hatte etwas Göttliches an sich, jedenfalls in meinen kindlichen Erinnerungen: sie sah aus wie ein Engel. Ihr feines, blond gefärbt und gelocktes Haar trug sie ziemlich kurz.

Ihr letztes Weihnachtsgeschenk für war ein Engel im roten Rock und goldenen Flügeln.

Tante Hedwig war starken Körperbaus aber innerlich war sie zerbrechlich und viel sensibler als meine Oma. Ich ahnte es nicht als Kind, aber sie war herzkrank.
Bei meinem letzten Besuch bei ihr, wußte sie daß das Ende nahe war. Sie hatte Tränen in den Augen als Oma ihr auf ziemlich undiplomatischer Weise merken ließ, das “ alles mal ein Ende hat“.

Sie starb eines Nachts in einem Saarbrücker Krankenhaus in Juli 1978.

Als Kind ist man sich nicht so sehr der Vergänglichkeit der Dinge so bewußt: ich wunsche mir, ich hätte mehr mit Tante Hedwig geredet und mehr Zeit mit ihr verbracht, denn meine Erinnerungen sind mit der Zeit wie verwischt.
Ich vermisse sie zwar, aber ich bin dankbar für die Anwesenheit von Tante Hedwig, die meine Kindheit herrlich versüßte.

Grenzgebietproblematik: es ist wesentlich, die Mundart zu erhalten

11 Feb

Grenzgebietproblematik: es ist wesentlich, die Mundart zu erhalten.

Grenzgebietproblematik: es ist wesentlich, die Mundart zu erhalten

11 Feb

Ich bin zweisprachig als Französin deutscher Abstammung im Grenzgebiet Freyming-Merlebach aufgewachsen.
Mit der deutschen Sprache wurde ich sofort vertraut, die deutsche Sprache ist eigentlich die erste Sprache, die ich als Kind erlernte. Meine Oma war Deutsche, und meine Eltern waren sich bewußt, daß der einzige Weg, mit ihr kommunizieren zu können, war mich zweisprachig zu erziehen, was ihnen gut gelungen ist, obwohl viele Leute ihnen das abrieten. Viele engstirnige Leute dachten damals, und darunter sogar Kinderärzte, daß man dann keine beider Sprachen korrekt sprechen würde.
Kinder sind clever: sie können verschiedene Sprachen nicht verwechseln. Die Zweisprachigkeit ist oft ein lustiges Spiel. Am Anfang weigerte ich mich sogar, Französisch zu sprechen. Im Kindergarten war ich ein bißchen verwirrt, als Leute mich auf Französisch ansprachen: in meinem Kopf dachte ich auf Deutsch. Aber gleich fühlte ich mich in beiden Sprachen, Deutsch und Französisch sehr wohl.
Dazu kam noch unser Platt-Daitsch, das dem Saarbrücker Platt- mit einigen Varianten natürlich- sehr ähnelt.

In der Grundschule wurde uns verboten, Plattdeutsch zu reden, obwohl viele Kinder es heimlich im Schulhof taten.
Bei den alten Generationen war es undenkbar, Platt abzuschaffen: es gab sogar damals eine deutsche Ausgabe des „ Republicain Lorrain“, die meine Großeltern lasen.
Die französische Regierung hat sich oft darum bemüht, diese besonderen Eigenschaften des Grenzgebiets abzuschaffen, und die jungen Generationen haben sich das Platt Deutsch abgewöhnt.

Aber gerade was die Besonderheit von „ Menge-Merlebach“ bildet ist die Mundart. Der Einfluß der deutschen Sprache hat Spuren hinterlassen und wir sollten stolz darauf sein.

Beide, Deutsche und Franzosen, sollten sich der Problematik des Grenzgebietes bewußter sein und auch kulturbewußter handeln: man wird von gegenseitigen Einflüssen bereichert.

Als Kind wurde bei uns Deutschland nie als Ausland bezeichnet: Deutschland war „drüben“, „ driwwe“, ein paar Kilometer weiter.
Und dieses Deutschland, die Stadt Saarbrücken, wo meine Tante Hedwig wohnte, war mir vertraut.

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Warum ich „Liebe Oma“ geschrieben habe

8 Feb

Warum ich "Liebe Oma" geschrieben habe.

Warum ich „Liebe Oma“ geschrieben habe

8 Feb

Ihr seid alle berechtigt zu fragen: “ warum hat Isabelle Esling die Biographie ihrer Oma veröffentlicht?“

Meine erste Motivation beim Schreiben und bei der Veröffentlichung meines Buches ist die Erinnerung an meine liebe Oma zu erhalten. Klar, ich möchte Oma ein bißchen Ewigkeit schenken, ihr und all ihren Zeitgenossen, die damals auf dem Hochwald in der rue de la Foret wohnten.

Außerdem ist es mir auch wichtig, als Muttersprachlerin deutsch und französisch, die in Frankreich an der deutsch-französischen Grenze, auf der französischen Seite, aufwuchs, meine Beziehung zur deutschen Sprache und Kultur zu beschreiben. Mundart, Redewendungen, Zweisprachigkeit sind die Merkmale der Kleinstadt Freyming-Merlebach, auch “ Menge-Merlebach “ in Platt-Deutsch genannt.

Die Lebensbedingungen der Leute, die damals in den Gruben arbeiteten, und viele von ihnen waren Einwanderer aus Polen, Italien, Deutschland, aus der damaligen Tschechoslovakei usw…, waren manchmal schwierig, aber die Leute waren einfach, nett und sehr solidarisch.

Ich möchte auch in diesem Buch die Beziehungen zu Deutschland, dem Land das ich nie als Ausland betrachtete sondern als „drüben“ bezeichnete und in dem ich noch ein paar Verwandten hatte, unter ihnen Omas Schwagerin, die hübsche Tante Hedwig, eine echte Saarbrückerin mit Feingefühl.

Leute, die sich für die Grenzgebietproblematik interessieren, werden bestimmt Liebe Oma genießen.

Bald ist das Buch bei United PC verfügbar…ich halte euch alle auf dem Laufenden.

Eure Autorin,

Isabelle Esling © 2013

Liebe Oma, eine Biographie

7 Feb

Liebe Oma, eine Biographie.

Der Garten meiner Großeltern

3 Feb

Der Garten meiner Großeltern.

Der Garten meiner Großeltern

3 Feb

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Der Garten ist ein Ort, den man mit allen Sinnen genießen kann, das glaube ich wirklich. O süße Erinnerungen meiner Kindheit, die mich in diese glückliche, sorglose Zeit zurückbringen!

Meine Großeltern besaßen einen Hinterhof mit Balkon und Garten. Mein Opa war ein wunderbarer Gärtner, der stundenlang an seinen Blumen, Frucht und Gemüsen arbeitete. Am Ende des Gartens leitete mich eine holzerne Tür direkt in den Wald. Ich spielte stundenlang mit meiner Kindheitsfreundin und die Zeit floh im Nu. Von Grimms Märchen war ich sehr beeinflußt worden, und ich war immer darauf gefaßt Feen, Geister oder andere Wesen im Wald zu sehen.

Ich habe noch alle Geruchsempfindungen des Gartens im Laufe der Jahre erhalten. Ich war eine heimliche Beobachterin des Opas, der unermüdlich und stundenlang mit seinem stohernen Hut geduckt arbeitete, die Erde durchwühlte, das Unkraut entfernte, und auch die Früchte und Gemüse pflückte. Damals schmeckten Erdbeeren nach Erdbeeren , alles war Chemikalienfrei, und es kam vor, das Würmer manche Äpfel besetzten und sich kleine Spinnen in den Himbeerenstöcken befanden…trotz dieser Nachteile, hatte ich immer das glückliche Gefühl, im Einklang mit der Natur zu leben.

Der Garten meiner Großeltern entfaltete wundervolle Blumendüfte, farbenreicheTöne und ich empfand diesen Ort als ein Stück Paradies. Ich hab noch den Rausch des Wassers das direkt aus der Leitung kam, und mit dem mein Opa Blumen netzte, tief in Erinnerung. Er hatte auch immer einen Eimer bei sich, um sich um die Bewässerung von Blumen, Obst, Gemüse und Pflanzen zu kümmern…und außerdem gab es auch die Schnecken und Ameisen, mit denen ich auch meine Zeit verweilte indem ich sie beobachtete.

Mein Opa war so wie Oma ein wundervoller Koch…er bereitete zu Weihnachten eine Buttersoße die man zu den Schnecken aß. Obwohl ich nun seit Jahren Vegetarierin bin, bleibt der gute Geschmack von Opas Soße in meinem Gaumen.

Die Arbeit eines Gärtners hat viel mit der spirituellen Welt zu tun: man sät, wartet und erntet.

Mein Großvater war ein geduldiger und weiser Mann, von dem ich viel gelernt habe. Ich bin dankbar für diese wundervolle Zeit in unserer Kleinstadt von Freyming- Merlebach auf dem Hochwald. Einfach unvergeßlich!

 

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Cite Cuvelette

Omas Haus

1 Feb

Omas Haus.