Die fantastische Welt der Brüder Grimm

28 Apr

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„Ich mochte Abende bei meiner Oma. Wenn es Schlafenszeit war, wärmte meine Oma einen Backstein, den sie sorgfältig in eine Decke wickelte und zu meinen Füßen legte, damit ich die Wärme im Bett genießen konnte und schnell einschlief. Aber das war nicht das einzige Ritual vor dem Schlafen. Ich sagte Opa „ Gute Nacht“ und nun hatte ich meine Oma ganz für mich allein. Die Zauberwelt der Brüder Grimm würde nun ihr mächtiges Tor für mich öffnen.“

Isabelle Esling, Liebe Oma, United Pc Verlag

Jacob und Wilhelm Grimm, die wunderbaren Hanauer Schriftsteller, Erzähler und Sprachforscher sind immer ein wesentlicher Teil meiner Kultur gewesen. 

Oma las mir manchmal Grimms Märchen vor, manchmal lag sie im Bett neben mir und erzählte mir die Geschichte, denn sie kannte sie meist auswendig. Sie hatte eine faszinierende Erzählensart und Oma steigerte immer meine Vorstellungskraft: die Riesen,  die Zwerge, die sprechenden Tiere, die harmlosen Mädchen und die verzweifelten Prinzessinen standen plötzlich vor mir. Rumpelstilzchen mochte ich ganz besonders und Oma mußte es wenigstens viermal wiederholen, bis ich einschlief.

Bei den Eltern, zu Hause, hatte ich ein Grimms Märchen Buch, in gothischer Schrift, das ich mühelos entzifferte, denn Oma hatte mir die deutsche gothische Schrift beigebracht. Ich konnte sogar alte Familienbriefen in kursiver Schrift lesen.

Manche Leute bewerten Märchen als naiv: ich denke  ganz im Gegenteil , daß viele Geheimnisse und kluge Verhaltensweisen in den Märchen als wahre Schätze verborgen sind.

Man muß sie nur entdecken. Der Fischer und seine Frau, zum Beispiel ist eine wichtige Lehre über die Zufriedenheit. Wer sich nicht beklagt und zufrieden ist,mit dem was er hat, ist reich. Wer immer klagt und mehr will, dem wird alles genommen was er hat.

Eine Lebenseinstellung, die ich von meinen Großeltern gelernt habe, ist die Zufriedenheit. Sie waren zwar keine Millionäre, aber sie lebten frohen Gemüts und waren glückliche Menschen. Sie hatten alles, was sie brauchten, und es gab Lebensmittel in Hülle und Fülle bei ihnen, so weit wie ich mich erinnern kann.

Jacob und Wilhelm Grimm bewundere ich nicht nur wegen ihrer Märchensammlung, sondern auch für ihre Arbeit im Bereich der Sprachforschung. Sie haben sich bemüht, die Mundart in den verschiedenen Gegenden Deutschland zu erhalten. Alle Aspekte der deutschen Sprache sind in ihrer Arbeit sichtbar.

Heinrich Heine behauptete in Elementargeister, als er sich an die Franzosen wendete, und damit hatte er recht, denn eine lebendige Sprache ist eine Sprache, die alle Varianten eines Wortes inbegriffen sind:

Der einzige Jakob Grimm hat für Sprachwissenschaft mehr geleistet als eure ganze Französische Akademie seit Richelieu.“

Heinrich Heine

Was ich auch besonders bei den Brüdern Grimm mag, das ist auch die Entfaltung der Naturkräfte. Seit meiner Kindheit haben der Wald, das Wasser und die Pflanzen eine wichtige Rolle gespielt. Auf dem Hochwald wanderte mein kindlicher Geist mit den irdischen Wesen, die ich mir zwischen zwei dicken Eichen laufend-den Augen der Rest der Welt verborgen, meinen Augen aber sichtbar-vorstellte.

 

Copyright© by Isabelle Esling

 

 

 

 

 

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