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Leseprobe aus „Liebe Oma“, Autorin Isabelle Esling, United PC Verlag, Österreich

4 Mrz

Reden ist Silber. Schweigen ist Gold

 

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Ich weiß zwar nicht sehr viel über den Gitar Hannes, meinen Urgroßvater, aber es gibt eine kleine Anekdote über ihn, die meine Mutter mir einst mitteilte.

Der Gitar Hannes war als Poet, Sänger, und Gitarrist auf dem Hochwald und in ganz „ Menge-Merlebach“ ziemlich populär.

In seiner Freizeit, nahm er meine Oma und ihre Schwester Charlotte und ging in verschiedenen Cafes, wo er mit seinen Tochtern seine Gedichte-in Musik konvertiert- sang.

Das Publikum und die Besitzer der Cafes waren sehr aufmerksam, sangen manchmal mit, und es gab fast immer Applaus am Ende.

Als der Gitar Hannes nun fertig war mit dem Singen und Gitarre Spielen, bekam er hungrig und bestellte was zum Essen.

In einem dieser Cafes, gab es eine ältere Kellnerin, die meines Urgroßvaters Dichtungsfähigkeiten sehr bewußt war.

Sie bewunderte ihn sehr. Sie war eine dieser Lothringerinnen, die gut Deutsch konnte.

Hannes saß am Tisch, hatte eine Malhzeit mit Fleisch bestellt, aber er wartete immer noch auf die Soße, die zum Essen gehörte.

Er sprach also die Kellnerin an:

„ Kann ich bitte mal die Soße bekommen?“

Die Kellnerin, die sich in diesem Moment bestimmt sehr witzig fand, sprach meinen Urgrossvater auf Hochdeutsch an:

„ Wer nicht in Reimen spricht, bekommt die Soße nicht“

Und Hannes, den man nie ausser Fassung bringen konnte, antwortete in Plattdeutsch:

„ Alt‘ Oss‘, gimma mol die Soß‘“

Die Kellnerin errötete, überreichte ihm die Soße, und rannte weinend in die Küche. Es wäre für sie viel günstiger gewesen, den Mund zu halten und Hannes die Soße sofort zu überrreichen!