Tag Archives: Leben im Grenzgebiet

Weihnachtsplätzchen bei Oma auf dem Hochwald

8 Dez

Weihnachtsplätzchen bei Oma auf dem Hochwald.

Tante Reschen

21 Apr

BildTante Therese, die wir alle „Tante Reschen“ in unserer Familie nannten, war die Schwägerin meiner Oma, die Ehefrau von Onkel Felix.

Meine Erinnerungen an Tante Reschen sind fast alle erloschen, und was mir heute von ihr noch bleibt, das sind ihr Gesischtsausdruck, ihr Lachen, ihre Verhaltensweise, vielleicht auch noch vage Erinnerungen an ihr Parfum. 

Wir glauben unsere geliebten Verwandten zu kennen, und plötlich scheiden sie von unserem Leben für immer. Deshalb möchte ich den jüngeren Generationen einen wertvollen Rat geben:  lernt eure ältesten Familienmitglieder zu schätzen, verbringt so viel Zeit wie möglich mit euren Opas, Omas und Groß-Tanten, denn eines Tages werden sie nicht mehr da sein und ihr werdet ihre Anwesenheit wirklich vermissen.

Tante Reschen lebte mit Onkel Felix in Petite-Rosselle, in einem kleinen gemütlichen Haus, nicht weit von der deutsch-französischen Grenze. Die Verbindung zum Abstammungsland war immer da. Auch Tante Reschen und Onkel Felix fuhren oft nach Deutschland, um Tante Hedwig zu besuchen.

Reschen war eine ründliche Frau, mit gräulichem, lockigem, sehr gepflegtem Haar. Sie war sehr optimistisch eingestellt. Sie mochte Witze und ich hab ihr lautes Lachen noch in Erinnerung. Obwohl sie manchmal sich um Kleinigkeiten Sorgen machte, genas sie ihr Leben völlig. Sie hatte fast immer ein sanftes Lächeln auf den Lippen und trug ein sanftes Parfum, das nach Rosen roch.

Ich möchte meiner wundervollen Tante Reschen heute diesen Artikel in Erinnerung widmen.

Copyright© by Isabelle Esling

 

 

 

Leseprobe 2: Alltägliches Leben in „Menge-Merlebach“

7 Mrz

Bild

 

Cuvelette

 

Viele Leute emigrierten 1920 nach Freyming- Merlebach, denn dort wa Arbeit, besonders in den Zechen. Unter ihnen waren Deutsche, sehr viele Polen, Leute aus der ehemaligen Tschechoslovakei ( heute Tschechien), Italiener und viele andere Nationalitäten. Die meisten von ihnen sprachen ihre Muttersprache, Platt-Deutsch und auch Französisch, die offizielle Sprache, die sie unbedingt als administrative Sprache benötigten. Wenn sie aber kein Französisch sprachen hatten sie fast immer ein Familienmitglied, das Französisch konnte und ihnen mit den Papieren half.

Die Arbeit in der Welt der Kohle war sehr harte, körperliche Arbeit, außer wenn man eine administrative Stelle hatte wie mein Opa. Die Arbeiter in den Kohlenminen arbeiteten mindestens 8 Stunden am Tag, in fast totaler Dunkelheit in den Gallerien.

Manchmal war es lebensgefährlich.

Und diese braven Arbeiter, die um ihre Familien zu ernähren so hart arbeiteten, liebten sich. Es gab eine wirkliche Solidarität zwischen den Menschen.

In der Stadt „ Menge Merlebach“ der 70ger lebten die meisten Leute nach diesem Motto:

„Nimm das Leben nicht zu ernst, du kommst eh nicht lebend raus…“

Ich persönlich glaube, daß sie der Wahrheit viel näher waren als diejenigen, die heute so hektisch leben, und keine Zeit mehr zum Entspannen finden. Trotz der harten Bedingungen waren sie nach der Arbeit gelassen, und froh sich mit Frau und Kindern zu unterhalten. 

Copyright© Isabelle Esling