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Tante Reschen

21 Apr

BildTante Therese, die wir alle „Tante Reschen“ in unserer Familie nannten, war die Schwägerin meiner Oma, die Ehefrau von Onkel Felix.

Meine Erinnerungen an Tante Reschen sind fast alle erloschen, und was mir heute von ihr noch bleibt, das sind ihr Gesischtsausdruck, ihr Lachen, ihre Verhaltensweise, vielleicht auch noch vage Erinnerungen an ihr Parfum. 

Wir glauben unsere geliebten Verwandten zu kennen, und plötlich scheiden sie von unserem Leben für immer. Deshalb möchte ich den jüngeren Generationen einen wertvollen Rat geben:  lernt eure ältesten Familienmitglieder zu schätzen, verbringt so viel Zeit wie möglich mit euren Opas, Omas und Groß-Tanten, denn eines Tages werden sie nicht mehr da sein und ihr werdet ihre Anwesenheit wirklich vermissen.

Tante Reschen lebte mit Onkel Felix in Petite-Rosselle, in einem kleinen gemütlichen Haus, nicht weit von der deutsch-französischen Grenze. Die Verbindung zum Abstammungsland war immer da. Auch Tante Reschen und Onkel Felix fuhren oft nach Deutschland, um Tante Hedwig zu besuchen.

Reschen war eine ründliche Frau, mit gräulichem, lockigem, sehr gepflegtem Haar. Sie war sehr optimistisch eingestellt. Sie mochte Witze und ich hab ihr lautes Lachen noch in Erinnerung. Obwohl sie manchmal sich um Kleinigkeiten Sorgen machte, genas sie ihr Leben völlig. Sie hatte fast immer ein sanftes Lächeln auf den Lippen und trug ein sanftes Parfum, das nach Rosen roch.

Ich möchte meiner wundervollen Tante Reschen heute diesen Artikel in Erinnerung widmen.

Copyright© by Isabelle Esling